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Syrealistisch
• • • • • (bewertet mit 4 von 5 Punkten)
Tja, nun wurde schon soviel zu "Syriana" geschrieben, da will ich nicht fehlen... >Ich kann meinen Vorrednern in so fern Recht geben, dass die erste halbe Stunde Sitzfleisch, Geduld und aufmerksames Zuschauen erfordert. Das ist für Episodenfilme dieser Art meiner Meinung nach aber weder atypisch, noch ungewöhnlich. Ich sah kurz zuvor "Magnolia", mein lieber Herr Gesangsverein - da erscheinen die Perspektivwechsel noch rasanter und der Plot noch verworrender - da wuselst im Hirn! >Zurück zu "Syriana": Trotz einer gewissen Langatmigkeit in der Anfangsphase, die ich nicht verleugnen kann, ist sofort ein Schema erkennbar. Die großen 3 amerikanischen Protagonisten im Film (Clooney, Damon, Wright) werden allesamt ausreichend eingeführt; in beruflicher Umgebung und in privaten, persönlichen Momenten. Alles, was den teilweise gähnenden Zuschauer (meine Freundin hat ungefähr zu diesem Zeitpunkt beschloßen, ruhig einschlafen zu können) dann erwartet, ist meiner Meinung nach fesselnd dargestellt. Die einzelnen Handlungsstränge stolpern übereinander, verweben sich zum Teil und ergeben ein interessantes Ganzes. >Klar, ab und an, ist die Sichtweise sehr amerikanisch westlich, aber was soll man von einem Hollywoodstreifen über Amerikaner von Produzent Clooney denn bitte erwarten. Ich denke, das "Syriana-Team" hat sich bemüht, authentisch und neutral zu arbeiten, doch wer kann das schon?! >Und: Ein Film im Stil der 70er? Na ja, das würde ich nicht unterschreiben; teilweise eventuell im Erzählrhytmus, aber das gilt ganz sicher nicht pauschal! >"Syriana" - ein wichtiges Werk. Episch, informativ (wenn man bereit ist zu filtern) und absolut sehenswert. Damit kein Branchenführer, aber mehr als das Übliche und sehr viel besser als eine Vielzahl der Politikthriller der Vergangenheit...
Eine Rezension von Jan-Philipp Hattert "jaypee" Frankfurt/Main
vom 2. Oktober 2006
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