Der Öl-Faktor (Gebundene Ausgabe)
von Stephen Leeb, Donna Leeb


 
Ein USA-Patriotisches Investmentbuch
• • • • •   (bewertet mit 2 von 5 Punkten)

Auf mich hat dieses Buch einen sehr bitteren Beigeschmack hinterlassen. Die Idee des Ölpreisindikators ist im Prinzip sinnvoll und interessant (dieser geht davon aus, dass wenn der Ölpreis innerhalb eines Jahres um mehr als 80% steigt, die Aktienmärkte fallen und umgekehrt: Wenn der Ölpreis weniger als 20% steigt, die Aktienmärkte steigen; leider fehlt fuer diesen Indikator ein entsprechender Langzeit-Chart, der diese Behauptung bestätigen/widerlegen würde). Was mich am meisten gestört hat ist die US-Patriotie, die der Autor immer wieder zu Tage treten lässt. Beispiele: Seite 104: "[..] gesetzliche Vorschriften zum Energieerhalt wie zum Beispiel durch Niedrigenergiefahrzeuge [könnten] sich als Kurzschlusshandlung erweisen .." (sind 25-Liter Trucks fuers Einkaufen das verbriefte Recht eines US-Bürgers?). S. 129: "Dass es zu einer globalen Erwärmung gekommen ist, lässt sich nur schwer beweisen ..." (m.E. zeigt die Wissenschaft klar und eindeutig das der Treibhauseffekt durch die Verbrennung fossiler Energieträger vorhanden ist). Drittes und letztes Beispiel: Seite 165: "Wir müssen deutlich machen, dass wir über das Potential verfügen, unseren Zugang zu diesen Vorräten (gemeint: weltweit verbliebene Ölvorräte; d. Verf.) zu sichern, und deshalb müssen wir unsere Militärstärke erhöhen". Und weiter unten: "Heute bewahrt die militärische Stärke der USA vor einem wirtschaftlichen Zusammenbruch und stellt den Zugriff auf die in zunehmendem Maße zurückgehenden Ölvorkommen dieser Welt sicher". Der Autor offenbart durch solche Inhalte sein patriotisches Herz für sein Heimatland. Vielleicht muss man ein Investmentbuch in den USA so schreiben, dass es sich gut verkauft. Ein solches Werk dann aber als 1:1 Übersetzung in Deutschland zu veröffentlichen (und das noch mit einigen Jahren Zeitversatz), ist m.E. suboptimal. Die Aktienempfehlungen des 2. Teils des Buches, beziehen sich ausserdem zum allergrößten Teil auf US-Aktien, sodass dieser Teil für mich nur mit geringem Nutzen verbunden war, da ich grundsätzlich keine Aktien-Investments in den USA empfehlen kann. Durch die hohe Auslandsverschuldung und die kommende Dollarschwäche, werden dort sehr viele Firmen und Banken in Schwierigkeiten kommen. Für mich ist dieses Buch daher leider nicht zu empfehlen, zumal es wie alle Veröffentlichungen des Finanzverlages am höheren Ende der Preisskala liegt.
Eine Rezension von Rezensentin/Rezensent
vom 13. März 2006
Kundenrezensionen:
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