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| Der Glaspalast. (Broschiert) von Amitav Ghosh, Sabine Maier-Längsfeld
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Traurig, wenn man es schon gelesen hat....
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
... denn dann hat man dieses großartige Leseerlebnis leider schon hinter sich. Ich habe selten ein Buch gelesen (und ich lese ziemlich viel...), das mir so gut gefallen hat. Es gibt an dieser Stelle schon reichlich Meinungen zu dem Buch, die ich aber teilweise gar nicht nachvollziehen kann, und da ich dieses Buch wirklich sehr mag, muß ich da jetzt auch mal meinen Senf zugeben..... Einige Gründe, warum ich das Buch so gern habe: · Die Charaktere sind stimmig gezeichnet, sowohl die sympathischen als auch die unsympathischen. Die Beweggründe für ihre Verhalten -egal ob sie als positiv oder negativ empfunden werden- kann man verstehen, was meiner Meinung nach sehr für das Buch spricht. · Zu jedem interessanten Thema gibt es eine Figur, so daß darüber alle möglichen Aspekte des damaligen Burmas und Indiens unterhaltsam und verständlich vermittelt werden. Es gibt z.B. den Inder in der britischen Besatzungsarmee, den Teakholzhändler, die Unabhängigkeitskämpferin, die Dienerin der Köngisfamilie, etc..... · Nachdem ich das Buch gelesen habe, habe ich mich näher über König Thibaw und seine Familie informiert (das Buch wirkte sehr anregend...). Was der Autor über das Königspaar schreibt, entspricht offenbar den Tatsachen. Daher glaube ich, daß auch die anderen Aspekte des Buches sehr gut recherchiert sind. · Der Autor schafft es, ohne ansatzweise belehrend zu wirken, sehr viel über die Geschichte Burmas zu erzählen. Dabei wird auch gut erklärt, warum manches zwangsläufig so und nicht anders geschehen ist. · Andere Leser meinen, die Familiengeschichte wird durch "unwichtige Einzelheiten" etc... unterbrochen. Ansichtssache! Ich fand es ziemlich spannend, über den Einsatz von Arbeits-Elefanten, alle möglichen Aspekte der Teakholzgewinnung, Anthrax (nun weiß ich endlich, warum es Anthrax heißt), alle möglichen Tropenkrankheiten, Kautschuk-Plantagen usw zu erfahren. Ich fand auch nicht, daß der "rote Faden" verloren geht. · Obwohl es genügend Tragödien und Liebesgeschichten gibt, ist das Buch nie kitschig.
Unter dem Strich halte ich das Buch für lehrreich und unterhaltsam zugleich. Wem solche Bücher gefallen, der wird sicher seine helle Freude haben. Aber wenn nur unterhaltsame Lektüre vor exotischer Kulisse gewünscht wird, ist "Der Glaspalast" sicher nicht die richtige Wahl. Das Buch erfordert wohl schon einiges an Merk- und Konzentrationsfähigkeit, Unterhaltung pur ist es sicherlich nicht.
Eine Rezension von "hephaista"
vom 24. Mai 2004
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