Julius Caesar
von Jeremy Sisto

Rezensionen:
> Historische Figuren und ihre Schicksale geben seit jeher beliebte Vorlagen für aufwändige TV-Produktionen ab. Julius Caesar, der in diesem Zweiteiler vom jugendlichen Idealisten zum römischen Diktator aufsteigt, könnte ein Lied davon singen. Den unzähligen Verfilmungen seiner Lebensgeschichte fügt Regisseur Uli Edel eine weitere Variante hinzu, die als deutsch-italienisch-amerikanische Koproduktion an Drehorten in Malta und Bulgarien entstand.

82 v. Chr. schwingt sich der römische General Sulla zum Diktator auf und beseitigt seine Feinde gnadenlos. Mithilfe von Pompeius rettet sich der junge Julius Caesar ins Exil. Pompeius ist es auch, der nach Sullas Tod Caesars politische Karriere fördert und ihn überzeugt, für seine Visionen einzutreten. Gemeinsam regieren sie Rom als Konsule und stellen die alte Ordnung wieder her. Doch Caesar strebt nach Höherem: Zum Wohle Roms unterwirft er Gallien und kehrt schließlich im Triumph mit seiner Armee nach Rom zurück. Seine Gegner im Senat, Cato und Cassius, fürchten Caesars Diktatur auf Lebenszeit. Sie schmieden eine tödliche Intrige.

Der ganz große Wurf ist Edel leider nicht gelungen. Trotz hoher Produktionskosten von 25 Millionen Euro bleibt das antike Rom Studiokuliss, darüber vermögen auch die mehreren Tausend Statisten in den Schlachtszenen nicht hinweg zu täuschen. Jeremy Sisto, der bereits in Leo Kirchs Bibel-Verfilmungen den Jesus geben durfte, spielt Caesar als Machtmenschen und Charmeur, scheint jedoch stellenweise mit seiner Aufgabe überfordert zu sein. Tobias Moretti als Senator Cassius, Heino Ferch als Gallierhäuptling Vercingetorix oder Christopher Noth (Sex and the City) als Pompeius wirken meist eher wie Schauspieler in historischen Kostümen. Christopher Walken als Senator Cato und Richard Harris als Sulla sind da schon ein anderes Kaliber und verleihen der Produktion allein durch ihre Präsenz Größe.

Größe ist es jedoch die diesem Historienepos fehlt. Edel, der sich nach Kinoerfolgen wie Christiane F. Wir Kinder vom Bahnhof Zoo oder Letzte Ausfahrt Brooklyn zuletzt mit Produktionen wie Die Nebel von Avalon oder Rasputin verstärkt dem Medium Fernsehen zugewandt hat, vermag mit diesem Zweiteiler nicht zu überzeugen. Julius Caesar möchte gern der Gladiator der Fernsehunterhaltung sein, mit dem ihn immerhin der Soundtrack sowie der im November 2002 verstorbene Richard Harris verbindet. --Birgit Schwenger
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