Der Tunnel
von Heino Ferch


 
Rezensionen:
> Da hat die deutsche Nachkriegsgeschichte einen Stoff geliefert, wie er spannender kaum erfunden werden kann, eine Geschichte mit echten menschlichen Tragödien, Helden und Verrat. Wir alle kennen die Ereignisse vom Hörensagen oder aus den Schulbüchern: Im Herbst 1961 wird mitten durch Berlin die Mauer gebaut, ein Monument aus Stacheldraht, Stein und Beton, womit die ideologische Spaltung des kalten Krieges einen traurigen augenscheinlichen Höhepunkt erreicht. Was in den Schulbüchern zumeist zu kurz kommt, sind die menschlichen Tragödien, die sich um dieses Ereignis ranken. Da wurden im Dienste der Staatssicherheit Menschenleben zerstört, Eltern von ihren Kindern getrennt, Liebende auseinandergerissen und unbedarfte Jung-Vopos zu Mördern gemacht.

Der Schwimmmeister Harry Melchior (Heino Ferch), der die menschenverachtenden Machenschaften der Stasi aus vierjähriger Haft kennt, will nicht den Rest seines Lebens hinter einer Mauer verbringen. So folgt er seinem Freund, dem Bauingenieurstudenten Matthis Hiller (Sebastian Koch). Die Wiedersehensfreude ist jedoch getrübt durch die Sehnsucht nach Lotte und Carola -- Harrys über alles geliebter Schwester und Matthis schwangerer Freundin, die bei ihrem gemeinsamen Fluchtversuch zurückblieb. Ihr aberwitziger Plan entspricht der grotesken Situation: Mit einem Tunnel wollen sie die monströsen Grenzanlagen unterwandern. Doch die titanische Leistung geht über ihre Kräfte. So suchen sie sich Gleichgesinnte, die sich mit ihnen durchs Erdreich buddeln. Auch hier stößt man auf Beton. Während unter Tage an hartem Grund gebohrt wird, spaltet die Stasi jenseits der Mauer die Menschen in Mitläufer und Staatsfeinde.

Regisseur Roland Suso Richter inszenierte das vierstündige Epos im Autrag des Privatsenders SAT 1 mit großer Perfektion und viel Sinn für Dramatik. Er setzt vor allem auf den mitreißende Stoff. Sein epischer Blick lässt den teilweise sehr guten Darstellern wenig Freiraum, was der Spannung aber keinen Abbruch tut. Heino Ferch kann auch hier als lakonischer Held mit Herz brillieren. Ein paar Szenen sind jedoch ein wenig zu ehrgeizig geraten. Wenn Richter die ganze Tragödie in wenigen Bildern auf den Punkt bringen will, dann ist oft die Grenze zum peinlichen Pathos überschritten. Das tut der Spannung, die bis zum dramatischen Showdown anhält, aber keinen Abbruch. Anspruchsvolle Unterhaltungskonfektion, die sich durchaus sehen lassen kann. --Frank Kukat
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