Glittercard
von Torun Eriksen


 
Rezensionen:
Strange, irgendwie sehr speziell: Torun Eriksen aus Norwegen schreibt Musik zwischen Jazz, Soul und 70er-Pop-Discostyle -- eine ungewöhnliche Mischung, das steht schon fest. Die Athmosphäre ist getragen, um nicht zu sagen, reserviert. Das mag viel zu tun haben mit der zurückhaltenden Abmischung: Produzent Bugge Wesseltoft setzte auf schlicht und trocken -- die vielleicht interessanteste Komponente im Gesamtbild. Auch die sparsamen Arrangements tragen zu der eigenwillig entrückten Haltung bei. Die traditionellen Grooves wurden traditionell aufgenommen, alles passt perfekt zusammen.

Auch die verrückte Stilvielfalt ist in sich ganz und gar harmonisch. Mainstream und skandinavische Jazzelemente, Rhythm & Blues, ein wenig Folk, ein bisschen Schlager, Funkmomente, u.s.w., und irgendwie ist man an bestimmten Stellen immer wieder geneigt, gewollte Verfremdungseffekte zu vermuten -- manche Bearbeitungen haben schon etwas Parodistisches. Torun Eriksen singt ihre Lieder mit Soul- und Jazztimbre, angenehm, mit einer ganz besonders charmanten Note im Klang. Die Themen der 1978 geborenen Künstlerin wirken derweil ein wenig richtungslos. Vielleicht muss es aber genau so sein -- mit einer gewissen schwebenden Präsenz, ohne Anfang und Ende, mit langen, unorthodoxen Melodiebögen, die kaum Halt bieten. Strange, irgendwie sehr speziell.--Katharina Lohmann

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